Pech hat viele Gesichter…

Sogar ein sehr rational denkender, gar nicht abergläubischer Mensch, zweifelt zumindest einen Moment lang, wenn er am Freitag, den 13. erwacht… Und wenn es sich noch herausstellt, dass aus der Dusche nur kaltes Wasser fließt oder wenn man Kaffee auf sein Hemd verschüttet und das Auto versagt, wird doch eher an schwarze Katzen, Leitern und Schornsteinfeger geglaubt.

Natürlich kann man auch rational bleiben: bekanntlich „macht kaltes Wasser gesund“; das Hemd kann zum Glück gewechselt werden und das Auto? Man kann Taxi nehmen, mit dem Bus, mit der Straßenbahn oder U-Bahn fahren, man kann sogar ein Auto mieten, wenn es sich zeigt, dass die Panne länger dauern wird. Glücklicherweise gibt es Autoverleihe und ihr Angebot lässt sich einfach in Internetpreisvergleichsmaschinen finden.

Heutzutage wird eine rationale Einstellung zum Leben verlangt, Emotionen sollten nur in intelligenter Form gezeigt werden und es ist besser, sämtliche Gefühle in die Tasche zu stecken. Es ist daher sehr schwierig, an eine höhere Gewalt zu glauben, die sich dafür entschließ, sich über Menschen genau an diesem Tag lustig zu machen. Der Glaube hat aber eine positive Seite – die Schuld aller Misserfolge kann dem genau nicht identifizierten Pech zugeschrieben werden, das uns Pläne durchkreuzt, seinen absurden Regierungsstil einführt und auf das wir überhaupt keinen Einfluss haben. An diesem Tag können wir uns leisten, irrational zu sein – nutzen wir das! Danach kann man zur Normalität zurückkehren: sich in einer Badewanne mit heißem Wasser wärmen, das Lieblingshemd anziehen, das Mietauto dem Autovermieter zurückgeben und wieder durch die Straßen mit eigenem Wagen fahren. Bis zum nächsten 13. …

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